Praxis für integrative Lerntherapie
Silvia Schmidt
c/o Stadtteil-Schule Dortmund e.V.

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Lerntherapie bei Rechenstörung (Dyskalkulie)

 

Hat mein Kind eine Rechenstörung?

Erste Anzeichen für Probleme im Rechnen zeigen sich, neben schlechten Noten, häufig in der Bearbeitung von Hausaufgaben. Das Kind benötigt sehr viel Zeit, ermüdet schnell und braucht bei den kleinsten Rechenschritten Unterstützung.

 

Folgende Merkmale lassen auf eine Rechenstörung schließen:

  1. Mengen müssen immer wieder nachgezählt werden
  2. Die Zahlzerlegung gelingt nicht
  3. Schwierigkeiten bei der sprachlichen Zahlenverarbeitung wie dem Erwerb der Zahlwortsequenz und der Zählfertigkeiten
  4. Das räumlich und/ oder das zeitliche Vorstellungsvermögen ist nicht altersgemäß
  5. Grafisch ähnliche Zeichen werden verwechselt (E statt 3 / 6 statt 9)
  6. Verfestigtes zählendes Rechnen mit dem Fingern
  7. Keine Zahl- und Mengenvorstellung
  8. Schwierigkeiten mit dem Stellenwertsystem
  9. Rechenoperationen und die ihnen zugrunde liegenden Konzepte werden nicht ausreichend verstanden (z.B. mehr-weniger)
  10. Kopfrechnen problematisch
  11. Schwierigkeiten beim Automatisieren des 1x1
  12. Übertragen von Zahlen aus einer Kodierung in eine andere (Zahlwort - arabische Ziffer – analoge Mengenrepräsentation).

 

Welche Probleme können noch auftreten?

  1. Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen (AD(HS))
  2. Anzeichen von Angst und/ oder Depression
  3. Psychosomatische Symptome wie Kopf- Bauchschmerzen, Übelkeit als Symptom von Schulangst
  4. Lernunlust, Motivationsverlust
  5. Motorische Unruhe
  6. Störungen des Sozialverhaltens wie aggressives Verhalten, Kontaktstörungen

 

Was genau passiert in der Lerntherapie?

Liegt eine Dyskalkulie vor, sind herkömmliche didaktische Methoden oft wenig wirksam (Förderunterricht, Nachhilfe) bzw. bei Misserfolgserleben sogar nachteilig. Eine integrative Lerntherapie kann mit einer Vielzahl von Interventionsmöglichkeiten die ganz individuelle Problemlage des Kindes angehen.

Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge ist hier die Arbeit am Symptom (also am Lerngegenstand) wirksamer als das Training basaler Funktionen (z.B. Förderung der Wahrnehmung). Deshalb ist die Förderung der Kinder auf das konkrete Rechnen gerichtet.

Ein individueller Therapieplan baut systematisch die Rechenfertigkeiten auf (Mengenbegriff, Zerlegbarkeit von Mengen, Operationsverständnis, Stellenwertverständnis, Mathematisieren und Modellieren von Sachaufgaben...). Zur Erarbeitung der mathematischen Prozesse wird strukturiertes Material eingesetzt, das nach Erkenntnisgewinn nach und nach abgelöst wird durch die bildhafte und/ oder ausschließlich die Symbolstufe (Darstellung mit Ziffern und Zeichen). Dabei wird dem Grundsatz gefolgt, dass jegliche Überforderung zu vermeiden ist (Arbeiten an der „Null- Fehler- Grenze“). Es ist außerdem sinnvoll, die von den Kindern durchgeführten Rechenstrategien bzw. Denkvorgänge verbalisieren zu lassen.

Die Lerntherapie im Bereich der Dyskalkulie findet in Einzelförderung und in Ausnahmefällen in Doppelförderung statt, um die bestmögliche Förderung des einzelnen Kindes zu ermöglichen. Die Förderung findet einmal pro Woche statt, die Zeiteinheit beträgt 55 Minuten.